Krankheitsbilder
1. Gelenkerkrankungen
1.1 Rheumatoide Arthritis (RA)
Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronische Autoimmunerkrankung. Bei RA treten entzündliche Prozesse schubweise auf und können sowohl Organe als auch Gelenke betreffen. Im Bereich der Hände und Arme befallen körpereigene Antikörper Knorpel und Bindegewebe.
Folgen können sein:
– schmerzhaften Gelenkentzündungen
– Rheumaknoten
– Typische Deformitäten wie: Handgelenksskoliose, Ulnardeviation der Finger, Schwanenhals-, Knopflochdeformität
– Sehnenscheidenentzündungen
– Sehnenrupturen (Sehnenrisse)
– Caput ulnare Syndrom mit Schmerzen im Bereich des seitlichen Ellenkopfes
– Nervenkompressionen (z. B. Karpaltunnelsyndrom)
– Muskelatrophie der Musculi interossei – Rückbildung der Muskulatur in der Handinnenfläche
Die Ursache der Erkrankung gilt als unbekannt. Es sind ungefähr 0,5 bis 1 Prozent der Menschen betroffen, Frauen dreimal so häufig wie Männer. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf.
Operative Eingriffe richten sich nach der jeweiligen Problematik. Bei Sehnenrupturen müssen diese häufig rekonstruiert, also chirurgisch versorgt werden. Bei schmerzhaften Gelenkdeformitäten können betroffene Endgelenke in Funktionsstellung versteift werden. Grund- und Mittelgelenke werden in der Regel durch Silikonspacer oder die ‚Cap-Flex‘ Prothese (meist im Bereich der Mittelgelenke am Zeige- und Mittelfinger) ersetzt. Auch Weichteilkorrekturen mit Raffungen der daumenseitigen Bänder sowie Entfernung von Gewebe und Zentralisierung der Sehnen zur Korrektur der Fingergrundgelenke sind gängige Eingriffe.
Bei fortgeschrittenen, schmerzhaften Handgelenksdeformitäten können diese (teil-)versteift werden. Selten kommen Kunstgelenke im Bereich des Handgelenkes zum Einsatz. Konservative, also nicht operative Maßnahmen sind ebenfalls vielseitig. Eine medikamentöse Versorgung mit Glukokortikoiden, Analgetika, NSAIDs (nichtsteroidale Antirheumatika) muss geprüft werden. Die Basistherapie mit DMARDs (disease modifying antirheumatic drugs) ist essenziell, um den Verlauf abzumildern. Bei frühem Therapiebeginn kann die Prognose für die Betroffenen deutlich verbessert werden.
Physikalische Therapie (Kälte/ Wärme) sowie Ergo- und Physiotherapie sind weitere wirksame Maßnahmen um den Verlauf und die Symptome abzumildern.
Für das Krankheitsbild der rheumatoiden Arthritis arbeite ich während der ersten Verordnung nach einem eigens erarbeitetem Konzept.
Unter anderem erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielformulierung (1. Termin)
– Aufklärung zu evidenzbasierten Maßnahmen: Unterstützende Ernährungsweise, Wichtigkeit von Bewegung, positive Effekte einer Psychotherapie, Beratung und Vernetzung mit anderen Betroffenen (z. B. über die Rheumaliga)
– Erarbeitung eines Heimübungsprogramms welches vor allem die Beweglichkeit erhalten und die Selbstwirksamkeit stärken soll
– Gelenkschutzeinweisung und -training: Möglichkeiten, kleinere Gelenke im Alltag zu schonen/ sinnvolle Kompensationsstrategien
Hilfsmittelberatung (z. B. Griffverdickungen für Besteck, Hilfsmittel zum Öffnen von Gefäßen, Kissen zur Entlastung der Halswirbelsäule usw.)
– Passive Mobilisation und aktive Übungen großer und kleiner Gelenke zum Erhalt der Beweglichkeit
– Schmerzreduzierung durch thermische Anwendungen, vegetative Techniken und lokale manuelle Techniken
– ADL Training (Zielorientiertes Alltagstraining)
– ggf. Vibration
– Schienenversorgung nach Bedarf (wenn verordnet)
Auch Ellenbogen, Schulter, Halswirbelsäule und Kiefer sind bei RA häufig betroffen und werden je nach Befund in die Behandlung mit einbezogen. Die Selbstständigkeit im Alltag durch Beweglichkeit bei gleichzeitiger Stabilität der Gelenke und möglichst geringer Schmerzlast stehen hier meist im Fokus.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
1.2 Arthrose der Fingergelenke (Heberden-Arthrose/ Bouchard-Arthrose)
Bei Arthrose, häufig auch als ‚Gelenkverschleiß‘ bezeichnet, kommt es zu einer Schädigung des Gelenkknorpels und im Verlauf der Erkrankung zu Veränderungen des darunter liegenden Knochens. Es zeigen sich häufig Verdickungen des Gelenks, im Verlauf können Knochenanbauten (Osteophyten) und Achsabweichungen (Subluxationen) des Gelenkes beobachtet werden. Betroffene leiden unter Schmerzen und Bewegungseinschränkung.
An den Fingern unterscheidet man die Heberden-Arthrose (Arthrose der Fingerendgelenke) und die Bouchard-Arthrose (Arthrose der Fingermittelgelenke). Als Polyarthrose bezeichnet man eine Arthrose, wenn sie gleichzeitig am mehreren Gelenken auftritt. Eine Arthrose ist nicht entzündlich, es können aber Phasen der Entzündung (Arthritis) auftreten.
Ursache einer Arthrose ist oft die langjährige Belastung der Gelenke, häufig in Verbindung mit hormonellen Veränderngen (z. B. Menopause). Manchmal sind vorhergehende Knochenbrüche für eine Fehlbelastung der Gelenkflächen zueinander verantwortlich und eine Arthrose entsteht. Eine Arthrose ist nicht entzündlich. Sie kann aber auch als Folge entzündlicher Prozesse im Bereich der Gelenke (Arthritis) auftreten.
Operative Eingriffe werden in der Regel erst durchgeführt, wenn starke Schmerzen bestehen. In den Fingergrundgelenken werden dann meist Silikonspacer (nach Swanson) eingesetzt, Mittelgelenke werden teilweise auch mit Prothesen wie den sogenannten ‚Cap-Flex‘ Prothesen versorgt (vor allem der Zeige- und Mittelfinger – auf Grund der besseren seitlichen Stabilität dieser Prothese). Fingerendgelenke werden meist in einer leicht gebeugten Position versteift, da in dieser Haltung die beste Funktion erzielt werden kann.
Konservative, also nicht operative Maßmahmen sind z. B. Injektionen mit Hyaloronsäure oder Glukokortikoiden, Elektrotherapie, Strahlentherapie und natürlich die Handtherapie.
Das erwartet Sie in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielformulierung (1. Termin)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Erkrankung wie z. B.: Welche Ernährungsweise kann möglicherweise bei entzündlichen Phasen helfen? Welche Art von Belastung sollte im Alltag vermieden werden? usw.
– Gelenkschutzeinweisung und -training
– Erarbeitung eines Heimübungsprogramms z. B. Fingerübungen zum Erhalt der Beweglichkeit
– Hilfsmittelberatung z. B. Hilfsmittel zum Öffnen von Gläsern
– Passive Mobilisation und aktive Übungen zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Gelenke
– Schmerzreduzierung durch thermische Anwendungen (wenn verordnet), vegetative Techniken und lokale manuelle Techniken wie ‚Oszillation‘
– Bindegewebstechniken (z. B. Ausstreichen/ myofasziales Release) zur Entspannung und Verbesserung des Stoffwechsels
– ggf. Vibration zur Schmerzreduzierung und Regulation muskulärer Spannungszustände
– Narbenbehandlung (nach OP)
– Schienenversorgung nach Bedarf (wenn verordnet)
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
1.3 Rhitzarthrose / Daumensattelgelenksarthrose
Die Daumensattelgelenksarthrose ist neben der Arthrose in den Fingerendgelenken (Heberden-Arthrose) die häufigste degenerative Erkrankung im Bereich der Hand, die circa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung betrifft. Das Daumensattelgelenk wird gebildet aus dem Mittelhandknochen und dem Os trapezium (Handwurzelknochen).
Die Sattelform des Gelenkes ermöglicht komplexere Bewegungen als in den anderen Fingergelenken. Die Möglichkeit der Oppositionsbewegung, der zirkulären Bewegung in Richtung Kleinfinger ermöglicht uns erst das greifen, festhalten und differenzierte bewegen von Gegenständen in der Hand.
Bewegungseinschränkungen und Schmerzen auf Grund der Rhizarthrose erschweren dies massiv und es kommt so häufig zu Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten. Ursachen der Arthrose können hohe mechanische Belastung (Abnutzung), hormonelle Einflüsse (z. B. Menopause bei Frauen) und ungünstig verheilte Knochenbrüche des Mittelhandknochens sein.
Operative Eingriffe werden in der Regel erst durchgeführt, wenn starke Schmerzen und eine deutliche Bewegungseinschränkung (Adduktionskontraktur) bestehen. Gängig ist die Trapezektomie, bei der der Handwurzelknochen, welcher zum Gelenk gehört, entfernt wird. Auch Daumensattelgelenksprothesen kommen zum Einsatz, wobei der Handwurzelknochen stabil genug für die Prothese sein muss. Konservative, also nicht operative Maßmahmen sind z. B. Injektionen mit Hyaloronsäure oder Glukokortikoiden, Elektrotherapie, Strahlentherapie, Blutegeltherapie und natürlich die Handtherapie.
Das erwartet Sie in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielformulierung (1. Termin)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Erkrankung wie z. B.: Welche Hilfsmittel können den Alltag erleichtern? Welche Art von Belastung wirkt sich negativ auf die Erkrankung aus? usw.
– Gelenkschutzeinweisung und -training
– Erarbeitung eines Heimübungsprogrammes (u. a. Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur)
– Bindegewebstechniken wie Querdehnung und Massagen zur Verringerung der Spannungszustände der Muskeln, welche die Arthrose begünstigen
– Manuelle Techniken im Bereich der betroffenen Gelenke zur Reduzierung von Schmerzen und Verbesserung der Versorgung des Gelenkknorpels
– Thermische Anwendungen z. B. Paraffin zur Reduzierung von Schmerzen (wenn verordnet)
– Anpassen einer Daumen-Orthese aus thermoplastischem Material oder aus Neopren (wenn verordnet)
– ggf. Kinesiotape zur Stabilisierung des Daumensattelgelenkes
– ggf. Vibration
– Narbenbehandlung nach OP
Je nach Befund behandle ich den gesamten Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden. Zudem lohnt sich mitunter ein Blick auf myofasziale Meridiane (anatomische Zuglinien) – in diesem Fall sollte die ‚tiefe frontale Armlinie‘ mit in die Befundung einbezogen werden.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
2. Frakturen/Knochenbrüche
2.1 Distale Radiusfraktur
Die distale Radiusfraktur, viele sprechen hier auch von einem Handgelenksbruch, ist die handnahe Fraktur der Speiche. Die distale Radiusfraktur macht bis zu einem Viertel aller Frakturen aus und ist die häufigste Fraktur des erwachsenen, menschlichen Körpers. Der Sturz auf die ausgestreckte Hand ist die häufigste Ursache, aber auch ein Sturz auf die gebeugte Hand, harte Faustschläge und das sogenannte Hochenergietrauma (z. B. Verkehrsunfälle)
können eine distale Radiusfraktur zur Folge haben. Die Fraktur wird, je nach Komplexität, in A(1/2/2.2/2.3/3), B(1/2/3) und C(1/2/3) Frakturen eingeteilt.
Begleitverletzungen können z. B. eine Skaphoidfraktur (Kahnbeinfraktur), Bandverletzungen im Bereich des Handgelenks (vor allem SL-Band), Verletzungen der Weichteile zwischen Elle und Handgelenk (TFCC Läsion) und andere sein.
Wenn die distale Radiusfraktur operativ versorgt werden muss, wird häufig eine winkelstabile Platte eingesetzt. Bei Frakturen mit mehreren Fragmenten werden manchmal Platten verschiedener Größe, Spickdrähte oder Schrauben verwendet.
Bei schwereren Begleitverletzungen oder starker Schwellung wird selten ein sogenannter ‚Fixateur externe‘ eingesetzt, eine äußere Halterung, welche über Schrauben mit dem Knochen verbunden wird und die Fraktur stabiliseirt. Ist der knöcherne Schaden besonders groß, wird in seltenen Fällen eine ‚Spanningplate‘ – eine Platte, mit der das gesamte Handgelenk ruhiggestellt wird, eingesetzt. Sobald die Fraktur stabil durchbaut ist, werden Fixateur exteren oder Spanningplate wieder entfernt.
Vor allem dann, wenn die einzelnen Knochenteile nicht auseinander weichen, kann die Fraktur auch konservativ (nicht operativ) mit einer Gips- oder Castschiene versorgt werden. In diesem Fall muss die Schiene über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen getragen werden, bis der Knochen ausreichend durchbaut und stabil ist.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielsetzung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen zum Umgang mit dem Arm wie z. B.: Abschwellende Maßnahmen, Beeinflussung der Wundheilung durch Ernährung/ Nikotin/ Alkohol usw.
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogramms, welches im Verlauf der Behandlung immer wieder erweitert bzw. angepasst wird
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme zur Entspannung von Muskulatur und Bindegewebe vor der weiteren Behandlung (wenn verordnet)
– Lymphaktivierende Massage (bei Schwellung)
– Manuelle Therapie (MT) bewegunseingeschränkter Gelenke je nach Befund – bei der distalen Radiusfraktur betrifft dies erfahrungsgemäß das Handgelenk und die Fingergelenke. Auch die Umwendbewegung im Unterarm ist häufig eingeschränkt.
– Aktive Übungen für Finger und Handgelenk zur Verbesserung der Beweglichkeit
– Funktionelle Übungen und Belastungsaufbau je nach Stadium
– ADL Training (zielorientiertes Alttagstraining)
– Narbenbehandlung nach OP
– ggf. Vibration z. B. zur Reduzierung von Schmerzen oder muskulären Spannungszuständen
– ggf. Kinesiotape z. B. zur Narbenmobilisation
– ggf. Spiegeltherapie zum Erhalt der corticalen Repräsentation – ‚Landkarte der Hand im Gehirn‘ bei längerer Ruhigstellung
Je nach Befund behandle ich den gesamten Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden.
Zudem sind bei Stürzen auf den ausgestreckten Arm oft auch andere Gelenke wie die Schulter von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen betroffen. Auch behalten wir gemeinsam mögliche Kompensationsbewegungen im Blick und gehen auf diese ein.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
2.2 Mittelhandfrakturen
Auch Frakturen des Mittelhandknochens (MHK) sind häufige Knochenbrüche an der Hand. Sie entstehen oft durch Stürze oder Faustschläge.
An den Mittelhandknochen werden vier verschiedene Regionen unterschieden: Das Mittelhandköpfchen mit der gelenkigen Verbindung zum Finger (Fingergrundgelenk), der subkapitale Bereich (vor dem Köpfchen), der Schaft des Mittelhandknochens und die Basis (die an die Handwurzel angrenzende Region).
Häufige Mittelhandfrakturen sind:
– Boxerfraktur (subkapitale Mittelhandfraktur – im MHK des kleinen Fingers teilweise auch Fraktur des angrenzenden Handwurzelknochens)
– Mittelhandschaft Fraktur (quer oder schräg)
– Mittelhandbasisfraktur (meist MHK des Ring-/ Kleinfingers)
– Wintersteinfraktur (MHK des Daumens – Basisnahe Schaftfraktur)
– Benett Fraktur (MHK des Daumens – Basisfraktur)
– Rolando Fraktur (MHK des Daumens – Basistrümmerfraktur)
Wenn es nicht zu Fehlstellungen und Rotationsabweichungen kommt und sich der Finger trotz Fraktur in der korrekten Achse bewegt, kann die Hand mit einer Schiene und ohne Operation behandelt werden. Sollte das nicht der Fall sein, kann der Knochen manchmal ‚reponiert‘ (gerichtet) und dann ruhig gestellt werden.
Wenn dies nicht möglich ist, wird operiert. Der Knochen wird dann innerhalb der Operation reponiert und mit einer Platte, Schraube oder Drähten stabilisiert. Im Anschluss wird die Hand oft mit einer Schiene versorgt. Ja nach Höhe der Fraktur wird die Fingerstreckung mit eingeschränkt, teilweise wird auch nur die Hand in sogenannten Mittelhandbraces geschient. Je nach Einschätzung des Arztes darf dies Schiene nach der Operation ab dem dritten Tag nach der OP während der Therapie und nach circa einer Woche komplett abgelegt werden.
Bei konservativ, allein mit einer Schiene versorgten Frakturen beträgt die Tragedauer mindestens drei Wochen. Auch hier ist die Einschätzung des Arztes bzw. der Ärztin maßgebend. Sogenannte Bodyloops, mit denen Finger aneinander fixiert werden können, können im Anschluss an die Schienenbahandlung für eine gewisse Stabilität sorgen.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielsetzung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Hand wie z. B.: Abschwellende Maßnahmen, Beeinflussung der Wundheilung durch Ernährung/ Rauchen/ Alkohol usw.
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogramms, welches im Verlauf der Behandlung immer wieder erweitert bzw. angepasst wird
– Thermische Anwendungen z. B. Kälte zur Reduzierung von Schmerzen und Schwellung vor der weiteren Behandlung (wenn verordnet)
– Lymphaktivierende Massage (bei Schwellung)
– Manuelle Therapie (MT) bewegungseingeschränkter Gelenke je nach Befund
– Aktive Fingerübungen zur Verbesserung der Beweglichkeit
– Funktionelle Übungen und Belastungsaufbau je nach Stadium
– ADL Training (zielorientiertes Alltagstraining)
– Narbenbehandlung nach OP
– ggf. Vibration/ Ultraschall z. B. im Einzelfall als Teil der Behandlung komplizierter Narben
– ggf. Spiegelthearpie zum Erhalt der corticalen Repräsentation (Landkarte der Hand im Gehirn) bei längerer Ruhigstellung
– ggf. Anpassung einer thermoplastischen Schiene (wenn verordnet)
Je nach Befund behandle ich den gesamten Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
2.3 Fraktur der Ulna/ Ellenfraktur
Die Behandlung der Ellenfraktur richtet sich selbstverständlich nach dem Befund und der individuellen Situation, ähnelt aber grundsätzlich der Behandlung, der Radiusfraktur (siehe 2.1).
2.4 Fraktur der Handwurzelknochen am Beispiel der Skaphoidfraktur/ Kahnbeinfraktur
Die Skaphoidfraktur ist mit über 50 Prozent die häufigste Handwurzelknochenfraktur. Ursache ist meist ein Sturz auf die ausgestreckte Hand und eine der häufigsten Begleitverletzungen der distalen Radiusfraktur. Es gibt unterschiedliche Einteilungen. Die gebräuchlichste ist die nach Krimmer, bei der die Fraktur in A (A1/A2) stabil oder B (B1/B2/B3/B4) instabil eingeteilt wird. Die Therapie richtet sich nach dieser Einteilung.
Instabile Frakturen werden oft minimalinvasiv operiert und in der Regel mit einer ‚Herbert-Schraube‘ (Doppelgewindeschraube) versorgt. Besteht ein Knochendefekt muss dieser manchmal aufgefüllt werden (z. B. mittels Spongiosaplastik). Stabile Kahnbeinfrakturen können ohne Operation behandelt werden. Hierbei muss die Hand in einer Unterarmschiene für vier bis acht Wochen, je nach Lokalisation der Fraktur, ruhiggestellt werden.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielsetzung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Hand: Welche Bewegungen sind erlaubt? (in Rücksprache mit dem Arzt), Lagerung, Beeinflussung der Wundheilung durch Ernährung/ Rauchen/ Alkohol usw.
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogrammes, welches im Verlauf der Behandlung immer wieder erweitert bzw. angepasst wird
– Lymphaktivierende Massage (bei Schwellung)
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme in Form einer heißen Rolle zur Verbesserung des Stoffwechsels und der Wundheilung (wenn verordnet)
– Manuelle Therapie (MT) des Handgelenkes je nach Befund und Stadium
– Narbenbehandlung nach OP
– Aktive Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit
– Funktionelle Übungen und Belastungsaufbau je nach Stadium
– ADL Training (zielorientiertes Alltagstraining)
– ggf. Vibration z. B. im Bereich der Arm- und Schultermuskulatur oder seitlich der Wirbelsäule (sympathischer Grenzstrang des vegetativen Nervensystems) zur Reduzierung von Schmerzen, muskulären Spannungszuständen und Verbesserung der Durchblutung
– ggf. Propriozeptives Training (Tiefensensibilität: Wahrnehmung und Stellungssinn)
– ggf. Spiegeltherapie zum Erhalt der corticalen Repräsentation (Landkarte der Hand im Gehirn) bei längererer Ruhigstellung
Je nach Befund behandle ich den gesamten Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
3. Nervenkompressionssyndrome
3.1 Karpaltunnelsyndrom
Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist das häufigste Kompressionssyndrom eines peripheren Nervs des menschlichen Körpers. Es entsteht durch eine Einengung des Nervus medianus im Karpalkanal – einer Engstelle im Bereich der Handwurzel.
Symptom sind Kribbelparästhesien (Ameisenlaufen) im Bereich des Daumens, Zeige-, Mittel- und seitlich des Ringfingers und Schmerzen die in den Unterarm ausstrahlen. Zu Beginn treten diese oft nachts (Brachialgia nocturna) oder bei Belastung auf. Die Betroffenen neigen dazu, den Arm und die Hand zu schütteln oder Pumpbewegungen mit den Fingern zu machen, um die Symptome zu lindern.
Im Verlauf der Erkrankung kommt es außerdem zu einer Überempfindlichkeit auf Reize wie Berührungen (Hyperästhesie). Auch Taubheit und Gefühlsstörungen (Stereoästhesie) treten auf. Im Spätstadium kann man einen Gewebeschwund (Atrophie) der Muskulatur des Daumenballens beobachten, welcher vom Nervus medianus innerviert wird.
Die Ursache für eine KTS kann traumatisch z. B. nach Knochenbrüchen sein. Es tritt häufig durch Überlastung auf, z. B. wenn bei der Arbeit immer dieselben Bewegungen ausgeführt werden (z. B. Arbeiten an der Computertastatur). Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes, rheumatische Erkrankungen oder hormonelle Umstellungen können ein KTS auslösen. Gewisse anatomische Grundvoraussetzungen wie ein enger Karpalkanal, fördern das Entstehen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr ist die Erkrankung am häufigsten zu beobachten.
Im Anfangsstadium wird in der Regel versucht, das KTS konservation (nicht operativ) zu behandeln. Das Handgelenk wird hierbei nachts in einer Unterarmschiene ruhiggestellt. Weitere Maßnahmen sind Handtherapie und die Injektion von Kortikoiden.
Tritt keine Besserung ein oder schreitet der Verlauf mit Schmerzen und sogar beginnender Muskelatrophie voran muss das KTS operiert werden. Hierbei wird das Retinaculum flexorum (Band, welches das Karpaltunneldach bildet) gespalten. Der Druck auf den Nerv verschwindet, da den Strukturen innerhalb des Kanals mehr Raum gegeben wird.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielformulierung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Erkrankung z. B. welche Bewegungen und Tätigkeiten sollten vorerst vermieden werden? usw.
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogrammes z. B. Eigendehnung, Nervengleitübung
– Dehntechniken (z. B. Federndes Dehnen, Postisometrische Relaxation)
– Bindegewebstechniken (z. B. myofasziales Release, Massage) der entsprechenden Muskulatur ggf. der gesamten Funktionskette des Armes
– Mobilisation des Nervus medianus (passiv und aktiv)
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme mittels heißer Rolle zur Entspannung der Muskulatur (wenn verordnet)
– ggf. Vibration
– ggf. Kinesiotape
– ggf. Sensibilitätstraining/ Stereognosie: Übungen mit verschiedenen Materialien und Formen zur Schulung des Gefühls, Tast- und Temperatur Empfindens
– Anpassung thermoplastischer Schiene für die Nachtlagerung (wenn verordnet)
– Narbenbehandlung nach OP
Je nach Befund behandle ich den gesamten Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden. Zudem lohnt sich mitunter eine Beurteilung der myofaszialen Meridiane (anatomische Zuglinien) – in diesem Fall die der ‚oberflächlich frontalen Armlinie‘.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
3.2 Kubitaltunnelsyndrom
Das Kubitaltunnelsyndrom, auch ‚Ulnarisrinnensyndrom‘ genannt, ist eine Einengung das Nervus Ulnaris im Bereich des Ellenbogens. Sensibilitätsstörungen wie ‚Ameisenlaufen‘ betreffen den kleinfingerseitigen Unterarm, den Kleinfingerballen, den kleinen Finger und die Seite des Ringfingers. Muskuläre Schwächen betreffen den kleinen Finger und Fingerballen sowie die anderen Langfinger. Hier zeigt sich im fortgeschrittenen Verlauf eine Beugestellung in den Fingerendgelenken bei einer Überstreckung in den Grundgelenken, die sogenannte ‚Krallenhand‘. Auch das Abspreizen der Finger fällt schwer.
Die Behandlung richtet sich, wie bei anderen Nervenkompressionssyndromen (siehe auch Karpaltunnelsyndrom, vgl. 3.2) nach der Schwere der Einengung und den Symptomen.
3.3 Loge de Guion Syndrom
Das Loge de Guion Syndrom ist, wie auch das Kubitaltunnelsyndrom, ein Einengungssyndrom des Nervus ulnaris. Die Kompression geschieht hier jedoch im Bereich der Handinnenfläche und verursacht dementsprechend ausschließlich Symptome im Bereich der Hand.
4. Entzündungen im Bereich der Sehnen
4.1 Morbus De Quervain/ Entzündung des 1. Strecksehnenfachs
Beim Morbus De Quervain oder auch Tendovaginitis stenosans de Quervain handelt es sich um eine Entzündung im Bereich der Sehnenscheide, des ‚langen Daumenabspreizers‘ (Muskulus abductor pollicic longus) und ‚kurzen Daumenstreckers‘ (Muskulus extensor pollicis brevis). Im Bereich des Handgelenkes laufen die Strecksehnen durch ein Band, welches in sechs einzelne sogenannte Strecksehnenfächer unterteilt ist. Eine Entzündung im Bereich der Sehnenscheide entsteht meist durch Überlastung. Daher ist der Morbus De Quervain im englischsprachigen Raum auch als ‚Mommy thumb‘ (Mamadaumen – durch häufiges Hochnehmen und Tragen kleiner Kinder) oder in Deutschland als Handydaumen (durch starke Smartphonenutzung) bekannt.
Symptome der Erkrankung sind ziehende Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenkes. Zu Beginn meist nur bei Bewegungen des Daumens und des Handgelenkes nach Kleinfingerwärts, im Verlauf können auch starke Ruheschmerzen entstehen. Im Bereich der Sehnenscheide kommt es außerdem häufig zu tastbaren Schwellungen und manchmal zu einem Sehnenscheidenganglion – einer kleinen, mit Gelenkflüssigkeit gefüllten Blase.
Die Sehnenscheidenentzündung kann konservativ, über die Ruhigstellung mit einer Orthese und durch die Gabe entzündungshemmender Medikamente behandelt werden. Auch die lokale Injektion von Kortikoiden oder die Handtherapie sind gängige konservative Behandlungsmethoden. Wenn keine Besserung eintritt, bei starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, kann die Sehnenscheide operativ gespalten werden um die Symptome zu lindern, indem der Sehne mehr Raum gegeben wird.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielformulierung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Erkrankung z. B. Welche Bewegungen und Alltagsaktivitäten sollten vorerst vermieden werden? Etc.
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogrammes welches im Laufe der Behandlung ständig erweitert bzw. angepasst wird
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme mittels Wärmepackung zur Entspannung muskulärer und faszialer Strukturen (wenn verordnet)
– Dehntechniken (z. B. aktives federndes Dehnen, postisometrische Relaxation)
– Bindegewebstechniken hypertoner (‚verspannter‘) Muskulatur (z. B. myofasziales Release)
– Friktionsbehandlung (Druck-/Zug Massagetechnik) über der Sehne zum Lösen von Adhäsionen (Verklebungen), Verbesserung des lokalen Stoffwechsels und Schmerzhemmung
– Mobilisation der entsprechenden Daumenmuskulatur im vollen Bewegungsrahmen ‚full range of motion‘ (passiv und aktiv)
– Schrittweiser Belastungsaufbau und ADL-Training (zielorientertes Alltagstraining)
– Anpassung thermoplastischer Schiene (wenn verordnet)
– ggf. Vibration
– ggf. Ultraschallbehandlung
– ggf. Kinesiotape – Muskeltape zur Regulation der Muskelspannung
– Narbenbehandlung nach OP
Je nach Befund behandle ich den gesamten Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden. Auch ein Blick auf myofasziale Meridiane (anatomische Zuglinien) lohnt sich mitunter – in diesem Fall sollte die Beurteilung der Spannungsverhältnisse der ‚oberflächlichen rückwärtigen Armlinie‘ in die Befundung mit einfließen.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
4.2 Tennisellenbogen/ Epicondylitis humeri radialis
Beim Tennisellenbogen oder Epicondylitis humeri radialis handelt es sich meistens um eine sogenannte Insertionstendopathie, einen Reizzustand des Übergangs von der Sehne zum Knochen. Seltener ist eine Entzündung im Bereich des Sehnenkörpers oder Muskel-Sehnenübergangs gemeint. Es treten auch Mischformen auf. Die Muskeln, welche am häufigsten betroffen sind, sind der Muskulus extensor radials brevis (kurzer daumenseitiger Handgelenksstrecker) und der Muskulus extensor digitorum (Langfingerstrecker).
Symptome sind Schmerzen im Bereich des seitlichen Ellenbogens. Diese treten bei Druck auf den jeweiligen Muskel auf und bei Bewegung bzw. Belastung (Handgelenksstreckung), im späteren Verlauf kommt es auch zu Ruheschmerzen. Teilweise berichten Betroffene von Sensibilitätsstörung (z. B. Kribbeln/ Taubheitsgefühl), wenn der Muskulus Supinator (Unterarmdreher) ebenfalls überlastet ist und den darunter verlaufenden Nervus radialis komprimiert.
Der Tennisellenbogen kann in der Regel erfolgreich konservativ behandelt werden und Symptome klingen in den meisten Fällen nach einigen Monaten wieder ab. Eine Handtherapie (Physio- oder Ergotherapie) und eine Bandage oder Epicondylus Spange sowie entzündungshemmende Schmerzmittel werden häufig vom Arzt verordnet. Selten werden Kortikoide lokal injiziert (schwache Evidenz).
Bei chronischen, sehr schmerzhaften Verläufen kann der Tennisellenbogen auch operiert werden. Das geschädigte Sehnengewebe wird entfernt, teilweise wird die Sehne auch nur angeritzt. Manchmal werden leitende Nervenfasern durchtrennt (Denervierung), um den Schmerz zu nehmen.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielformulierung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen zum Umgang und Verhaltenshinweisen mit der Erkrankung (Welche Aktivitäten im Alltag befeuern die Symptome? Wie lässt sich gegensteuern bzw. was kann verändert werden?)
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogrammes je nach Situation und Befund welches im Verlauf erweitert und angepasst wird (z. B. konzentrisches/ exzentrisches Training der Handgelenksstrecker)
– Dehnteckniken (z. B. postisometrische Relaxation, ‚Spray and Stretch‘)
– Bindegewebstechniken (z. B. myofasziales Release, Massage) der entsprechenden Muskulatur
– Ischämische Kompression relevanter Triggerpunkte
– Friktionsbehandlung (Druck-Zug Massagetechnik) über der Sehne zum Lösen von Adhäsionen (Verklebungen), Verbesserung des lokalen Stoffwechsels und Schmerzhemmung
– Mobilisation im vollen Bewegungsausmaß der betreffenden Muskulatur ‚full range of motion‘
– Thermische Anwendungen z. B. Kälte zur Reduzierung von Schmerzen vor der Behandlung (wenn verordnet)
– ggf. vegetative Techniken (z. B. im Bereich des sympathischen Grenzstranges neben der Brustwirbelsäule) zur Verbesserung der Versorgung des Armes und positiver Beeinflussung der Wundheilung
– ggf. Vibration
– ggf. Kinesiotape als Muskelanlage zur Reduzierung der Muskelspannung oder als Schmerzanlage
– Funktionelle Übungen, Belastungsaufbau und ADL Training (zielorientiertes Alltagstraining) je nach Situation
Je nach Befund behandle ich den Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden. Zudem lohnt sich häufig auch ein Blick auf myofasziale Meridiane (anatomische Zuglinie). Im Bereich des Armes sollte beim Tennisellenbogen die ‚oberflächliche rückwärtige Armlinie‘ in der Diagnostik mit beurteilt werden.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
4.3 Golferellenbogen/ Epicondylitis medialis
Bei der Epicondylitis medialis handelt es sich, wie bei der Epicondylitis radialis, um den Reizzustand einer Sehne, in diesem Fall im Bereich des körpernahen Ellenbogens. Betroffen ist auch beim Golferellenbogen in der Regel der Übergang von der Sehne zum Knochen – man spricht von einer Insertionstendopathie. Im Gegensatz zum Tennisellenbogen sind hier jedoch die Unterarmflexoren betroffen – die Muskeln, welche vor allem für die Streckung des Handgelenkes zuständig sind.
Ursachen und Behandlung ähneln der des Tennisellenbogens (siehe 4.2).
4.4 Schnappfinger/ Tendovaginitis stenosans
Der Schnappfinger oder auch ’schnellender Finger‘ zeichnet sich dadurch aus, dass die Beugesehne des betroffenen Fingers nicht mehr reibungslos gleiten kann und es in der Bewegung zu einem stocken und ‚aufschnappen‘ des Fingers kommt. Die Beugesehnen der Finger ziehen durch fünf sogenannte Ringbänder, welche die Funktion haben, die Sehne auch bei Kraftaufwand nahe am Finger zu führen. Zusätzliches Hüllgewebe, die Sehnenscheiden, sorgt für ein leichtes Gleiten der Sehnen.
Starke, wiederkehrende Belastung der Strukturen, die Beanspruchung in Verbindung mit hormonellen Veränderungen oder chronischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Diabetes können zu einem Reizzustand von Sehne und deren Hüllgewebe führen. Die Sehnenscheide entzündet (Tendovaginistis), schwillt an und der Kanal verengt. Im weiteren Verlauf bildet sich im Bereich der Sehnen eine knotenartige Verdickung. Die Sehne bleibt in der Folge mit dieser Verdickung im Bereich des Ringbandes hängen. Betroffen ist in der Regel das A1 Ringband im Bereich des Fingergrundgelenkes. Die Erkrankung tritt häufiger bei Frauen (Menopause) auf, als bei Männern.
Je nach Ausprägung wird der Schnappfinger in vier Schweregrade unterteilt:
Grad 1: Schmerzen und Steifigkeit ohne erkennbares Schnappen
Grad 2: spürbares Schnappen bei Bewegungen, ohne dass der Finger blockiert
Grad 3: der Finger blockiert, die Blockade kann aktiv gelöst werden
Grad 4: dauerhafte Fixierung des Fingers, die weder aktiv noch passiv gelöst werden kann
In einer frühen Phase der Erkrankung wird in der Regel versucht, die Erkrankung konservativ, also ohne Operation zu behandeln. Der Finger wird, z. B. mit Hilfe einer in der Handtherapie angepassten thermoplastischen Schiene, in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Ziel ist es, das Schnappen und die damit verbundenen Reize auf die Strukturen zu vermeiden. Injektionen mit einem Kotikosteroid sind möglich sowie die Einnahme entzündungshemmender Medikamente.
Sollte keine Besserung eintreten oder ist die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium, wird operiert. Hierbei wird das A1 Ringband gespalten, sodass die Beugesehne entlastet wird und wieder frei gleiten kann.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielformulierung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen z. B. im Umgang mit der zuvor angepassten, thermoplastischen Schiene (wenn verordnet)
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogrammes je nach Befund
– Bindegewebstechniken (z. B. myofasziales Release, Massage) und Dehntechniken der entsprechenden Beugemuskulatur
– passive und aktive Mobilisation des betroffenen Fingers soweit möglich ohne das Beschwerdebild auszulösen
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme zur Entspannung der Strukturen vor der weiteren Behandlung (wenn verordnet)
– ggf. Narbenbehandlung
– ggf. Kinesiotape als Muskelanlage zur Reduzierung der Muskelspannung
– im Verlauf funktionelle Übungen und ADL Training (zielorientiertes Alltagstraining) je nach Situation
Je nach Befund und möglichen Begleiterkrankungen behandle ich den Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden. Zudem lohnt sich mitunter eine Beurteilung der myofaszialen Meridiane (anatomische Zuglinien) – in diesem Fall die der ‚oberflächlicen frontalen Armlinie‘.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
5. Bandrupturen/Sehnenrupturen
5.1 Ulnare Seitenbandruptur am Daumengrundgelenk/ Skidaumen
Der im allgemeinen Sprachgebrauch als Skidaumen bekannte Riss des ellenseitigen (ulnaren) Seitenbands des Daumengrundgelenkes entsteht meist durch eine plötzliche Krafteinwirkung in den abgespreizten Daumen – wie beim Hängenbleiben mit dem Stock beim Skifahren. Da das ulnare Seitenband der einzige Stabilisator des Gelenkes beim Zugreifen nach ‚außen‘ ist und es beim Ausheilen häufig zu einer bleibenden Instabilität kommt, wird der Skidaumen fast immer operiert.
In den meisten Fällen reißt das Band direkt am Knochen ab und muss an diesem wieder fixiert werden. Hierzu wird ein kleines Loch in den Knochen gebohrt und das Band wird mit einem Anker in diesem Loch fixiert. Wenn das Band selbst gerissen ist, kann dieses direkt genäht werden. Bei einem zusätzlichen Knochenabriss wird dieser je nach Situation wieder fixiert oder entfernt.
Zum Wiedererlangen der Stabilität, muss die Hand nach der Operation in einer Schiene mit Daumengrundgelenkseinschluss ruhiggestellt werden. Ggf. kann diese Schiene nach zwei Wochen durch eine kürzere Schiene, welche nur das Daumensattel- und Grundgelenk einfasst, ersetzt werden. Erst sechs Wochen nach der Operation darf die Schiene komplett abgelegt werden. Vorher ist je nach Einschätzung des Arztes eine Abnahme während der Therapie erlaubt. Die volle Belastung ist in der Regel nach zwölf Wochen möglich.
Die häufigste Problematik nach der Ruhigstellung sind Bewegungseinschränkungen im Daumengrundgelenk und – wenn dieses nicht ausreichend bewegt wurde – auch im Daumenendgelenk.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielformulierung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Hand: mögliche positive wie negative Beeinflussung der Wundheilung durch Ernährung/ Nikotin/ Alkohol usw.
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogrammes je nach Status/ Befund
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme in Form eines Paraffinbades zur Vorbereitung der bindegewebigen Strukturen am Gelenk (Kapsel-/ Bandapparat)
– Manuelle Techniken (MT) am Gelenk zur Verbesserung der Beweglichkeit
– Funktionelle Übungen und ADL Training (zielorientiertes Alltagstraining)
– ggf. Narbenbehandlung
– Anpassung einer thermoplastischen Schiene – z. B. Übungsschiene mit Block unterhalb des Grundgelenkes zum isolierten üben der Beugung (wenn verordnet)
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
5.2 SL-Band Läsion/ Skapholunäre Dissoziation (SLD)
Eine SLD beschreibt eine Instabilität des Os scaphoideum (Kahnbein) aufgrund der Schädigung des Bands, welches das Kahnbein mit dem Nachbarknochen, dem Os Lunatum (Mondbein) verbindet. Die Bandschädigung kann zu einer Fehlstellung des Mondbeins führen, welche als DISI (dorsal intercalatet segmental instability) bezeichnet wird. Die Ursache für die SL-Band Läsion ist meist ein Sturz auf die ausgestreckte Hand, häufig in Verbindung mit einer distalen Radiusfraktur (siehe 2.1).
Die SLD wird in drei Stadien eingeteilt: Beim Grad 1 besteht eine Teildurchtrennung des SL-Bands ohne, dass es zu einer Instabilität kommt. Grad 2 beschreibt eine Komplettdurchtrennung des Bands mit einer ‚dynamischen Instabilität‘ (Instabilität bei Belastung). Beim Grad 3 ist das SL-Band komplett gerissen, es besteht eine Fehlstellung des Mondbeins und eine ’statische Instabilität‘ (Instabilität auch ohne Bewegung). Die Instabilität bringt ein Schnappphänomen mit Klickgeräuschen bei Bewegungen der Hand mit sich.
Eine frische SL- Band Läsion (Grad 1) lässt sich mit einer Ruhigstellung in einer Schiene für vier bis sechs Wochen behandeln. Wird eine Operation nötig, werden Kahnbein und Mondbein mit Hilfe von Drähten wieder zusammengeführt. Das meist am Kahnbein abgerissene SL-Band wird mit Ankern wieder am Knochen fixiert. Nach der OP wird die Hand in einer Unterarmschiene ruhiggestellt. Nach sechs bis acht Wochen werden die Drähte entfernt und die Schiene kann abgelegt werden.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Zielsetzung (1. Sitzung)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Hand: Welche Bewegungen und Betätigungen sind erlaubt? (nach Rücksprache mit dem Arzt/ Operateur)
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogrammes je nach Status z. B. die ‚Dart throwing motion‘ (Bewegung mit wenig Belastung für das SL-Band)
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme in Form einer heißen Rolle zur Verbesserung des Stoffwechsels und der Wundheilung (wenn verordnet)
– Manuelle Therapie (MT) des Handgelenkes je nach Stadium/ Befund
– Funktionelle Übungen und ADL Training (zielgerichtetes Alltagstraining) je nach Stadium
– Propriozeptive Übungen (Wahrnehmung/ Stellungssinn) je nach Situation
– ggf. Narbenbehandlung
– ggf. vegetative Techniken (z. B. im Bereich des sympathischen Grenzstranges neben der Brustwirbelsäule) zur Verbesserung der Versorgung des Armes und positiver Beeinflussung der Wundheilung
– ggf. Spiegeltherapie zum Erhalt der corticalen Repräsentation (Landkarte der Hand im Gehirn) bei längerer Ruhigstellung
– ggf. Anpassung thermoplastischer Schiene (wenn verordnet)
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
5.3 Beugesehnenrupturen
Beugesehnenrupturen sind Durchtrennungen von Sehnen, welche die Finger beugen. Am häufigsten sind diese nach Schnittverletzungen. Sie treten aber auch nach Knochenbrüchen, Quetschungen, durch entzündliche Prozesse wie bei der rheumatoiden Arthritis oder, wenn auch selten, als Folge von langer Medikamenteneinnahme wie Cortison auf.
Nach einer vollständigen Ruptur einer Sehne lässt sich der Finger nicht oder nur noch in einzelnen Gelenken beugen. Im Bereich der Langfinger (Zeige- bis Kleinfinger) können der Muskulus flexor digitorum profundus
(FDP/ tiefer Fingerbeuger) und/ oder der Muskulus flexor digitorum superficialis (FDS/ oberflächlicher Fingerbeuger) betroffen sein. Beide Muskeln liegen mit ihrem Muskelbauch im Bereich des Unterarmes, die Sehnen des FDP ziehen bis an das Fingerendglied bzw. des FDS an das Fingermittelglied. Im Bereich des Daumens können der Flexor pollicis longus (FPL/ langer Daumenbeuger), welcher am Fingerendglied ansetzt oder Flexor pollicis brevis (FPB/ kurzer Daumenbeuger), welcher bis zum Grundglied zieht, betroffen sein.
Im Weiteren beziehe ich mich vorwiegend auf die häufiger auftretenden Rupturen der Beugesehnen der Langfinger. Diese werden je nach Höhe in fünf Zonen eingeteilt.
Bei Rupturen innerhalb der ersten Zone wird es manchmal nötig, die Sehnen wieder am Knochen zu fixieren. Bei einer verbleibenden Länge ab circa einem Zentimeter kann die Sehne in der Regel genäht werden. Rupturen in Zone zwei stellen aufgrund der Nähe der Beugesehnen zueinander sowie der eng anliegenden bindegewebigen Strukturen wie Sehnenscheiden und Bänder, eine große chirurgische Herausforderung dar und benötigen eine kompetente therapeutische Nachbehandlung.
Rupturen in den Zonen drei bis fünf sind in der Regel unkomplizierter zu versorgen.
Nachbehandlungskonzepte haben sich über die Jahre und mit Verbesserung der Operationstechniken und -Materialien verändert. Sehnennähte weisen heute eine bessere Stabilität auf, als zu Beginn der ersten Nachbehandlungskonzepte im 20. Jahrhundert. Zur Nachbehandlung gehört die Versorgung mit einer Schiene.
Lange galt das ab 1977 entwickelte ‚Kleinert Regime‘ hier als Standard. Bei diesem werden die Finger innerhalb einer Unterarmschiene über elastische Zügel in die Beugung gebracht. Das aktive strecken der Finger wird über ein Schienendach eingeschränkt, ist bis dorthin aber erlaubt.
Die Beugung der Finger soll über die Zügelung nur passiv geschehen, um einen zu starken Zug auf die Sehne durch Muskelarbeit zu vermeiden. Im Ergebnis blieben die Sehnennähte meist stabil, allerdings ließen sich häufig Kontrakturen (Bewegungseinschränkungen durch Verkürzungen und Verklebungen von Bindegewebe) besonders im Bereich der Fingerendgelenke beobachten.
Modernere Nachbehandlungskonzepte rücken die aktive Bewegung mehr in den Vordergrund. Bei der Nachbehandlung mit dem ‚Manchester short splint protocol‘ oder ‚Relative motion flexion regime‘ werden kontrollierte aktive Bewegungen eingesetzt um die Heilung zu fördern, während Adhäsionen (Verklebungen) minimiert werden sollen.
Welches Konzept im Einzelfall angewendet wird, entscheidet in der Regel und je nach individuellem Befund der/ die Operateur/in – ggf. in Absprache mit dem/ der behandelnden Handtherapeut/in.
Im Folgenden möchte ich das Manchester Short Splint Protokoll exemplarisch vorstellen:
1. Kurze Schiene, welche möglichst zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Operation angepasst wird. Die Schwellung, welche zusätzlich für Reibung im Bereich der Sehne sorgt, klingt ab. Zudem sinkt um den siebten Tag nach der OP auf Grund des physiologischen Wundheilungsprozesses die Belastbarkeit der Sehne, weshalb schon davor mit dem kontrollierten aktiven Konzept begonnen werden sollte, um das Risiko einer erneuten Ruptur zu senken.
Die Schiene endet knapp über dem Handgelenk, die Streckung im Handgelenk ist bei circa 45 Grad geblockt. Die Streckung der Fingergrundgelenke wird bei 30 Grad Beugung über ein ‚Dach‘ begrenzt. Fingermittel- und Endgelenke sind frei beweglich. Ein Deckel, welcher die Finger am Dach der Schiene fixiert, soll nachts und in manchen Fällen auch tagsüber, in der übungsfreien Zeit eingesetzt werden.
2. Ab dem fünften Tag nach der Operation sind Bewegungen der Finger ohne Kraft erlaubt. Zusätzlich soll das Handgelenk bei entspannten Fingern aktiv gebeugt und gestreckt werden (Tenodeseübung). Das in der Therapie erarbeitete Übungsprogramm wird täglich zu jeder wachen Stunde wiederholt.
Leitsatz: „Sie dürfen die Hand (mit der Schiene) bewegen, aber NICHT benutzen!“
Das erwartet Sie außerdem bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Anpassung einer thermoplastischen Schiene (wenn verordnet)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Schiene und der Hand im Allgemeinen z. B.: Wie gehe ich mit der Schiene um? Welche Bewegungen sind erlaubt? usw.
– Erarbeitung eines Heimübungsprogrammes, welches stündlich zu Hause ausgeführt werden soll. Dieses wird im Verlauf der Behandlung immer wieder erweitert bzw. angepasst. Z. B. abschwellende Übungen, Tenodeseübung (Handgelenkbeugung und Streckung bei lockeren Fingern, Aktivierung des FDP durch gezielte Übung etc.)
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme zur Entspannung von Muskulatur und Bindegewebe vor der weiteren Behandlung (wenn verordnet)
– Abschwellende Maßnahmen (z. B. lymphaktivierende Massage, Bewegungsübungen angrenzender Gelenke)
– Vegetative Techniken (z. B. im Bereich des sympathischen Grenzstranges neben der Brustwirbelsäule) zur Verbesserung der Versorgung des Armes und positiver Beeinflussung der Wundheilung
– Manuelle Therapie (MT) der Gelenke im Verlauf (je nach Befund)
– Im Verlauf: Übungen für die Feinmotorik, funktionelle Übungen, Belastungsaufbau und ADL Training (zielorientiertes Alltagstraining)
– Narbenbehandlung
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
5.4 Strecksehnenrupturen
Strecksehnenrisse sind zumeist auf Schnitt-, Stoß- oder Schlagverletzungen, z. B. beim Ballsport sowie Verbrennungen zurückzuführen. Auch chronische Entzündungen im Bereich der Sehnen (z. B. rheumatoide Arthritis) sind eine mögliche Ursache.
Betroffen kann im Bereich der Langfinger der Extensor digitorum communis (EDC) sein, dessen vier Sehnen bis an die Endglieder der Finger zwei bis fünf (Zeigefinger bis Kleinfinger) ziehen. Der Zeigefinger und Kleinfinger haben je einen weiteren Streckmuskel – den Extensor indicis proprius (EIP) bzw. Extensor digiti minimi (EDM). Im Bereich des Daumens ist die Ruptur der Sehne des Extensor pollicis longus EPL (langer Daumenstrecker) am häufigsten – z. B. als Komplikation nach distaler Radiusfraktur. Aber auch der Extensor pollicis brevis EPB (kurzer Daumenstrecker) wie auch der Abduktor pollicis longus APL (langer Daumenabspreizer) können betroffen sein.
Die Muskelbäuche der betroffenen Muskeln liegen im Bereich des Unterarmes, die Sehnen ziehen durch Sehnenscheiden im Bereich des Handgelenkes in die Hand. Im Bereich der Langfinger teilt sich die Strecksehne in unterschiedliche flach ausgebildete Zügel. Seitliche Zügel ziehen bis an das Fingerendglied, während ein mittlerer Zügel am Fingergrund- und Mittelglied ansetzt. Bindegewebige Fasern aus dem Bereich der Gelenkkapseln sowie Sehnen von weiteren Muskeln aus dem Bereich der Hand sprossen in diese Strecksehnenplatte mit ein.
Die Komplexität dieses flächig ausgebildeten Strecksehnenkomplexes hat zur Folge, dass unterschiedliche Erscheinungsbilder nach einer Ruptur im Bereich der Finger entstehen können, je nachdem auf welcher Höhe sich die Ruptur befindet. Reißt die Sehne im Bereich um das Endglied (Zone 1 und 2), so lässt sich dieses nicht mehr oder nur noch teilweise strecken. Dieses Erscheinungsbild nennt man auch Hammerfinger oder Malletfinger.
Sehnenrisse in diesem Bereich der Finger können operativ versorgt werden oder das Gelenk wird in einer Schiene (Stack’sche Schiene) über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen ruhiggestellt.
Ein Strecksehnenriss im Bereich des Fingermittelgelenkes und Grundglieds (Zone 3 und 4) hat häufig – manchmal auch erst im Verlauf vom zehn bis 14 Tagen nach dem Unfall – eine sogenannte Knopflochdeformität zur Folge. Diese entsteht, wenn die Seitenzügel ihre Aufhängung verlieren und abgleiten. Das Mittelgelenk des Fingers schiebt sich durch das entstandene ‚Loch‘ nach oben und bleibt gebeugt, während das Endgelenk in eine Überstreckung zieht. Diese Verletzungen werden in der Regel operativ versorgt und im Anschluss für vier Wochen in einer Schiene ruhiggestellt.
Im Bereich des Handrückens oder des Handgelenkes werden Strecksehnenrupturen ebenfalls operiert und im Anschluss mit einer Schiene versorgt. Wie auch bei Beugesehnenrupturen gibt es hierbei passive und aktive Nachbehandlungskonzepte. Welches Konzept im Einzelfall gewählt wird, entscheidet der/die Operateur*in.
Exemplarisch für Strecksehnenrupturen in Zone 4 bis 7 das ‚Norwich Regime‘:
1. Anpassen einer Lagerungsschiene für die Hand und den Unterarm. Das Handgelenk befindet sich in leichter Streckung (45 Grad) die Fingergrundgelenke können nicht weiter als 50 Grad beugen. Die Schiene verhindert somit eine gleichzeitige Beugung aller Fingergelenke und Bewegungen im Handgelenk.
2. Bewegungsübungen der Finger im Rahmen der durch die Schiene gegebenen Möglichkeiten: Fingergrundgelenke strecken, während Mittel- und Endgelenke beugen.
Die Bewegungen sollen vermeiden, dass es zu Adhäsionen (Verklebungen) im Bereich der Sehnen und angrenzenden Strukturen kommt. Die Schiene wird fünf Wochen lang getragen. Ist die Streckung nach dieser Zeit noch ungenügend, wird die Tragedauer um zwei Wochen verlängert.
Das erwartet Sie außerdem bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und Anpassung einer thermoplastischem Schiene (wenn verordnet)
– Relevante Informationen zum Umgang mit der Schiene und der Hand im Allgemeinen z. B.: Wie gehe ich mit der Schiene um? Welche Bewegungen sind erlaubt? usw.
– Erarbeitung eines Heimübungsprogrammes, welches stündlich zu Hause ausgeführt werden soll. Dieses wird im Verlauf der Behandlung immer wieder erweitert bzw. angepasst.
– Thermische Anwendungen z. B. Wärme zur Entspannung von Muskulatur und Bindegewebe vor der weiteren Behandlung (wenn verordnet)
– Abschwellende Maßnahmen (z. B. lymphaktivierende Massage, Bewegungsübungen angrenzender Gelenke)
– Vegetative Techniken (z. B. im Bereich des sympathischen Grenzstranges neben der Brustwirbelsäule) zur Verbesserung der Versorgung des Armes und positiver Beeinflussung der Wundheilung
– Im Verlauf: Manualtherapeutische Techniken je nach Befund
– Im Verlauf: Übungen für die Feinmotorik, funktionelle Übungen, Belastungsaufbau und ADL Training (Zielorientiertes Alltagstraining)
– Narbenbehandlung
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
6. Andere Erkrankungen
6.1 Morbuns Dupuytren/ Dupuytren’sche Kontraktur
Die Dupuytren’sche Kontraktur oder Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung, bei der Bindegewebsfasern in der Hand- und Fingerinnenfläche schrumpfen. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zur Ausbildung von Strängen, welche sich zusammenziehen. Das führt dazu, dass der betroffene Finger nicht mehr endgradig gestreckt werden kann. Die Krankheit verläuft meist langsam, es kann Perioden des Stillstandes aber auch des schnelleren Fortschreitens geben.
Ihren Namen hat die Erkrankung vom Baron Guillaume Dupuytren (1777-1835), welcher ein Pariser Chirurg war und die Schrumpfung der Hohlhandbindegewebsfasern im Jahre 1831 beschrieb und Operationen an ihr durchführte.
Die genaue Ursache der Dupuytren’schen Kontraktur ist nicht bekannt. Man weiß, dass es gewisse Dispositionen gibt, also Voraussetzungen, bei denen ein Entstehen der Krankheit wahrscheinlicher ist. So tritt sie bei den nordischen Völkern relativ häufig auf. Es gibt eine familiäre Häufung (genetische Disposition) und es sind deutlich mehr Männer betroffen als Frauen. Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes und Lebererkrankungen sowie die langjährige Arbeit mit vibrierenden Werkzeugen können mit der Erkrankung in Verbindung gebracht werden.
Am häufigsten sind der Ringfinger und der kleine Finger betroffen, aber auch alle anderen Finger können betroffen sein. Der Prozess ist nicht bösartig und in der Regel nicht schmerzhaft. Gelegentlich berichten die Betroffenen von einem kribbelnden, juckenden Gefühl in der Handinnenfläche.
Die Wirksamkeit nichtoperativer Behandlungen ist wissenschaftlich nicht belegt bzw. nicht ausreichend geprüft. Allerdings gibt es Untersuchungen, welche nahelegen, dass bestimmte Behandlungsmaßnahmen den Bewegungsumfang und die Griffkraft verbessern können. Dazu gehören: Stoßwellentherapie, Ultraschalltherapie, Schienenbehandlung und die Friktionsbehandlung (deep friction). Eine längerfristige Wirkung kann jedoch nicht beobachtet werden, sodass die Erkrankung ab einem gewissen Stadium in der Regel operiert wird.
Es gibt unterschiedliche Operationstechniken. Die PNF (Perkutane Nadelfasziotomie) ist eine minimalinvasive Technik bei der die Dupuytren-Stränge mit einer Kanüle perforiert und dann, durch die Streckung der Finger, durch den Operateur zerrissen werden. Eine weitere häufige Operationstechnik ist die Fasziektomie, bei der die Hand eröffnet und befallenes Gewebe entfernt wird. Im Bereich des Fingermittelgelenkes kann es nötig sein, das Gelenk chirurgisch zu lösen (Arthrolyse). Welche Technik zur Anwendung kommt, hängt mit dem Schweregrad der Erkrankung und mit den Kenntnissen des jeweiligen Operateurs zusammen.
Die Erkrankung ist nach der Operation nicht geheilt. Zu einem späteren Zeitpunkt kann die Kontraktur weitere Bindegewebsfasern der Hände betreffen. Trotzdem ist die Operation ab einem gewissen Stadium der Erkrankung notwendig, um die Finger- und Handfunktion wiederherzustellen. Einige Ärzte beurteilen in fünf Stadien, in wieweit die Streckfähigkeit im Fingergrund- und Mittelgelenk eingeschränkt ist (die fehlenden Gradzahlen zur vollen Streckung werden addiert). Manche nutzen eine weitere Einteilung in vier Stadien, bei der die Knotenbildung und die von der Beugekontraktur betroffenen Gelenke erhoben werden.
Es gibt einen gängigen Test, bei dem die Handrückseite auf den Tisch gelegt und der Abstand der Fingerspitze zur Tischplatte ermittelt wird. Ab zwei Zentimeter Abstand und wenn die Finger nicht mehr gespreizt werden können, halten viele Mediziner eine Operation für notwendig.
Häufig wird nach der Operation (Fasziektomie) vom Arzt eine handtherapeutische Behandlung verordnet, um das Ergebnis, welches während der Operation erreicht wurde, zu erhalten.
In meiner Praxis arbeite ich nach folgendem Behandlungskonzept, welches selbstverständlich im Einzelfall geprüft, angepasst und durch weitere handtherapeutische Maßnahmen ergänzt wird:
Behandlung 2. bis 5. Tag nach der Operation:
Maßnahmen gegen die Schwellung
– Arm hoch lagern (Hand höher als Ellenbogen, Ellenbogen höher als Herz)
– Stündlich beide Arme über den Kopf strecken und die Finger zu einer kraftlosen Faust schließen und öffnen
Bewegungsübungen
– Schultern kreisen, Ellenbogen und Handgelenke beugen und strecken
– Den Daumen nacheinander zu den Fingerspitzen der anderen Finger führen
– Die Fingergrundgelenke beugen, dabei die Mittel- und Endgelenke in Streckung bringen
Die Übungen sollten ohne Kraft und langsam ausgeführt werden. Sie dürfen keine Schmerzen oder übermäßige Spannung in der Handinnenfläche verursachen.
Behandlung 6.-14.Tag nach der Operation:
Maßnahmen gegen die Schwellung
– alle Maßnahmen weiterführen
Bewegungsübungen
– Maßnahmen weiterführen
– Sehnengleitübungen je nach Gewebezustand
– Spreizen und Zusammenführen der Finger
Es kann vorkommen, dass die Narbe aufgeht und leicht blutet. Nur wenn verstärkt Wundsekret austritt, starke Schmerzen, Erwärmung, Verfärbung und Schwellung der Hand auftreten, müssen Sie erneut beim Arzt vorstellig werden.
Es ist möglich, dass Sie mit einer Lagerungsschiene versorgt werden, ggf. passen wir diese innerhalb der Therapie aus thermoplastischem Material an. Die Schiene sollten Sie, wenn nicht anders verordnet, nachts tragen. Ziel ist es, die bestmögliche Fingerstreckung zu erhalten. Die Hand soll ansonsten im Alltag mit einbezogen werden, darf aber zunächst nur leichte Sachen greifen und Druck in die Handinnenfläche muss vermieden werden.
Behandlung ab der dritten Woche nach der Operation (nach dem Fadenzug):
– die Maßnahmen gegen die Schwellung werden je nach Befund weitergeführt
– die Bewegungsübungen werden weitergeführt und ggf. schrittweise im Bewegungsausmaß intensiviert
– nach dem Fadenzug kann die Hand z. B. in Kernseifebädern (kurz) gebadet und Schorf vorsichtig entfernt werden
– die Narbe sollte mit Feuchtigkeits- und fetthaltigen Cremes gepflegt und je nach Gewebestatus massiert werden (zunächst noch ohne Zug auf die Narbe)
Bei festen, wulstigen Narben können eine silikonhaltige Creme oder Silikonauflagen in Kombination mit der Schiene getragen werden, um die Narbe weicher zu machen.
Behandlung ab der vierten Woche nach der Operation:
– Bewegungsübungen wie gehabt – angepasst an die aktuelle Situation
– Die Narbenmassage wird weiter intensiviert
– Beginn mit Feinmotorik- und Kräftigungsübungen sowie Belastungsaufbau ohne großen Druck in die Handinnenfläche
– Zielorientiertes Alltagstraining
Das Nachbehandlungsschema ist nicht in jedem Fall passend und sollte nicht selbstständig und ohne therapeutische Prüfung und Begleitung ausgeführt werden.
In der handtherapeutischen Behandlung finden weitere Maßnahmen Anwendung wie:
– Thermische Anwendung (wenn verordnet)
– Lymphanregende Massage zur Reduzierung von Schwellungen
– Bindegewebstechniken z. B. zur Entspannung myofaszialer Strukturen
– Manuelle Techniken z. B. der betroffenen Fingergelenke
– Narbenbehandlung – steht häufig im späteren Verlauf im Vordergrund, da der Narbenzug eine Maßgebliche Rolle bei der Streckfähigkeit der Finger spielt
– Das Anpassen einer thermoplastischen Schiene (wenn verordnet)
Trotz konsequentem Üben ist es nicht immer möglich, eine volle Funktion zu erreichen. So kann v.a. eine leichte Streckhemmung im Fingermittelgelenk zurückbleiben.
Je nach Befund behandle ich den Arm, Schultergürtel und auch im Bereich der Brustwirbelsäule mit. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und sollten daher immer mit beurteilt und ggf. in die Behandlung einbezogen werden. Zudem lohnt sich mitunter eine Beurteilung der myofaszialen Meridiane (anatomische Zuglinien) – in diesem Fall die der ‚tiefen frontalen Armlinie‘.
6.2 CRPS/ Morbus Sudeck
CRPS oder Komplexes regionales Schmerzsydrom ist eine chronische Erkrankung, die meist nach einer Verletzung, Operation oder einem Trauma (schädigendes Ereignis) auftritt. Selten gibt es kein auslösendes Ereignis. Beim seltener auftretenden CRPS 2 ist zudem eine Verletzung peripherer Nerven nachweisbar. Durch den ursprünglichen Auslöser lassen sich die beim CRPS auftretenden Symptome jedoch nicht erklären.
Der Wundheilungsprozess ist gestört und es zeigen sich vermehrte Entzündungsreaktionen und sympathische Fehlfunktionen, also Veränderungen im Bereich des vegetativen Nervensystems. Schmerzen, Schwellung, Hautveränderungen (marmoriert/ zyanotisch), Temperaturveränderungen sowie veränderte Schweißsekretion und Bewegungseinschränkungen sind die Folge. Manchmal lässt sich auch ein verändertes Haarwachstum beobachten. Im späteren Verlauf zeigen sich osteoporothische Veränderungen und Kontrakturen (Bewegungseinschränkung durch Schrumpfung der Gewebe) der Finger und umliegender Gelenke sowie Arthrophie (Rückbildung) der Muskulatur.
Ihren früheren Namen ‚Morbus Sudeck‘ hat das CRPS 1 vom deutschen Chirurgen Paul Sudeck (1866-1945), welcher die Erkrankung in Stadien einteilte: Akutes Stadium, Subakutes Stadium und Chronisches Stadium.
Zur Diagnose eines CRPS werden die sogenannten Budapest-Kriterien herangezogen:
1. Anhaltender Schmerz, der disproportional zu einem auslösenden Ereignis ist
2. Der/ die Patient/in berichtet über jeweils mindestens eine Beschwerde aus drei der vier folgenden Kategorien in der Anamnese:
a) sensorisch:
Hyperalgesie (Überempfindlichkeit für Schmerzen); Hyperästhesie (Überempfindlichkeit
für leichte Berührungen, Allodynie)
b) vasomotorisch:
Asymmetrie der Hauttemperatur, Veränderung bzw. Asymmetrie der Hautfarbe
c) sudomotorisch:
Veränderung bzw. Asymmetrie des lokalen Schwitzens; Ödem
d) motorisch/ trophischreduzierter Bewegungsumfang; Bewegungsstörung (Schwäche, Dystonie, Tremor); trophische Störung (Haar- oder Nagelwachstum, Haut)
3. Bei der/dem Patient/in liegt jeweils mindestens ein Symptom aus zwei der vier folgenden Kategorien zum Zeitpunkt der Untersuchung vor:
a) sensorisch:
Hyperalgesie auf spitze Reize (z. B. Zahnstocher); Allodynie (bei leichter Berührung/ Pinselstrich; Schmerzen bei tiefem Druck auf Gelenke/ Knochen/ Muskeln, Bewegung von Gelenken)
b) vasomotorisch:
Asymmetrie der Hauttemperatur, Veränderung bzw. Asymmetrie der Hautfarbe
c) sudomotorisch:
Veränderung bzw. Asymmetrie des lokalen Schwitzens; Ödem
d) motorisch/ trophisch
reduzierter Bewegungsumfang; Bewegungsstörung (Schwäche, Dystonie, Tremor); trophische Störung (Haar- oder Nagelwachstum, Haut)
4. Die Symptomatik wird nicht besser durch eine andere Erkrankung erklärt
Warum ein CRPS entsteht, ist nicht abschließend geklärt. Es wird angenommen, dass eine Fehlregulation des zentralen und peripheren Nervensystems besteht, die zu der überschießenden Entzündungsreaktion führt. Auch psychische und genetische Faktoren werden diskutiert.
Die Therapie des CRPS sollte möglichst früh beginnen und einen multimodalen Ansatz verfolgen. Das bedeutet, dass unterschiedliche Disziplinen und Ansätze in die Therapie mit einfließen.
Diese sind: Medikamentöse Therapie (Schmerzmittel, ggf. Antidepressiva), Ergotherapie, Physiotherapie, Psychotherapie, ggf. neuromodulative Verfahren (z. B. Stimulation durch Elektroden). Oft profitieren Betroffene von eine Schmerztherapie in einem Schmerzzentrum oder einer stationären Aufnahme in einer auf die Erkrankung spezialisierten Klinik für einige Wochen.
Das erwartet Sie bei mir in der Handtherapie:
– Befundaufnahme und (realistische) Zielformulierung (erste Sitzung)
– Relevante Informationen über und zum Umgang mit der Erkrankung z. B. Informationen zur Schmerzverarbeitung – welche Maßnahmen können Schmerzen hemmen? Förderung der Selbstwirksamkeit durch angemessene Aktivität – welche könnten das sein? Plan für Verhalten bei Rückschlägen usw.
– Erarbeitung eines Eigenübungsprogrammes je nach Befund
– Thermische Anwendungen z. B. Kälte zur Entspannung und Schmerzreduktion vor der weiteren Behandlung (wenn verordnet)
– GMI (Graded motor imagery) Programm, bei welchem mit Hilfe von Hand – Bildkarten die Seitenzuordnung beübt, Bewegungshaltungen imaginiert und schließlich über einen Spiegel mit der nicht betroffenen Seite nachgestellt werden. Ziel ist die zentrale Schmerzhemmung und Erarbeitung schmerzfreier bzw. schmerzarmer Beweglichkeit.
– PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) u. a. zur Schmerzhemmung durch Konzentration auf nicht schmerzhafte Reize und gezielte tiefensensible Stimuli
– Maßnahmen zur Regulation des vegetativen (unwillkürlichen) Nervensystems durch z. B. Techniken im Bereich des sympathischen Grenzstranges seitlich der Wirbelsäule (z. B. heiße Rolle, Schröpfen, Nadelreizmatte), Atemtechniken usw.
– Sanfte lymphanregende Massage (Ausstreichen)
– Passive und aktive Mobilisation der betroffenen Gelenke schmerzfrei soweit möglich
– Manuelle Therapie (MT) bewegungseingeschränkter Gelenke
– Im Verlauf feinmotorische und funktionelle Übungen sowie ADL Training (zielorientiertes Alltagstraining) je nach Situation und Schmerzbefund
– Sensibilitätstraining/ Stereognosie: Übungen mit verschiedenen Materialien und Formen zur Schulung des Gefühls, Tast- und Temperatur-Empfindens
Beim CRPS müssen der gesamte Arm, Schultergürtel und auch der obere Rücken und die Brustwirbelsäule in die Behandlung miteinbezogen werden. Die aus dem Bereich der Schulter in den Arm ziehenden Gefäße und Nerven sowie das vegetative Nervensystem spielen eine maßgebliche Rolle für die Versorgung des Armes und Aufrechterhaltung schmerzrelevanter Mechanismen.
Nicht immer finden alle oben aufgelisteten Behandlungsmöglichkeiten Anwendung. Die Therapie richte ich je nach Befund individuell aus.
Quellen
Alle Texte dieser Website sind auf der Grundlage unterschiedlicher Fachartikel, Fachbücher, Fortbildungsunterlagen, Vorträgen (64. Kongress der DGH und DAHTH/ 64. Symposium der DAH) und eigener Internetrecherche von mir zusammengestellt.
Dazu gehören u.a.:
- ‚Kunstgelenkersatz am Fingermittelgelenk: Silikonprothese oder Oberflächenersatz mittels CapFlex-PIP‘, Dr. med. Stephan Schindele (Zeitschrift für Handtherapie DAHTH Jahrgang 2024, Heft 1)
- ‚Aktueller Stand der Rheumahandchirurgie‘, Prof. Dr. med. Nicola Borisch (‚Zeitschrift für Handtherapie‘, DAHTH Jahrgang 2024, Heft 1)
- Tendovaginitis Stenosans de Quervain: Individuealisierte Thearpiekonzepte basierend auf anatomischen Gegebenheiten‘, Dr. med. Ferrando Fons (‚Zeitschrift für Handtherapie‘ DAHTH, Jahrgang 26, Heft 2)
- ‚Fingerfrakturen‘, Prof. Dr. med. Simon Thelen und Prof. Dr. med. Joachim Windolf (‚Zeitschrift für Handtherapie‘ DAHTH, Jahrgang 26, Heft 1)
- ‚Die Behandlung von konservativ und operativ versorgten Grundgliedbasis- und Schaftfrakturen‘, Julia Helm und Prof. Dr. med. Kai Megerle (‚Zeitschrift für Handtherapie‘ DAHTH, Jahrgang 26, Heft 1)
- ‚Strecksehenverletzungen in Höhe des Mittelgelenkes‘, Dr. med. Thomas Pillukat, Natascha Weihs und Dr. med. Jörg von Schoonhoven (‚Zeitschrift für Handtherapie‘ DAHTH, Jahrgang 24, Heft 2)
- ‚Die traumatische Beugesehnendurchtrennung‘, Dr. med. Wolfram A. Heitzmann (‚Praxis Handreha‘, Oktober 2020)
- ‚Pathoanatomie der Dupuytren’schen Kontraktur‘, Dr. Simon Oeckenpöhler und Prof. Dr. Martin F. Langer (‚Praxis Handreha‘, Juli 2022)
- ‚Die Skaphoidfraktur – Grundlagen und Behandlungskonzepte‘ Dr. med. Christopher Benedikt Schneider (‚Praxis Handreha‘, April 2022)
- ‚Die distale Radiusfraktur – Klassifikation, Diagnostik und Therapieoptionen‘, Prof. Dr. Marc Maegele (‚Praxis Handreha‘, Juli 2021)
- Vorträge ’64. Symposium der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Handchirurgie DAH‘ 2025 zum Thema: Frakturen im Bereich der Hand und des Handgelenkes, Rheumahandchirurgie, Endoprothetik im Bereich der Hand u.a. von: Prim. Dr. Wolfgang Hintringer (Wien), Prof. Dr. med. Rohit Arora (Innsbruck), Dr. med. Britta Wieskötter (Münster), Prof. Dr. med. Martin Jung (München), Prof. Dr. Nicola Borisch (Innsbruck), Dr. med. Martin Lautenbach (Berlin)
- Fortbildungsunterlagen der AfH (Akademie für Handrehabilitation)
- ‚Handrehabilitation‘, 3. Auflage Waldner-Nilsson
- Website: www.berlin-handchirurgie.com (Dr. med. Christian Pessenlehner)
Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.